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Viele Formulierungen darf man nicht nur wörtlich nehmen

Sprachwissenschaftler arbeiten an spanisch-deutschem Wörterbuch für Redewendungen

Wer kennt nicht das Problem, dass man trotz guter Vokabelkenntnisse in einer Fremdsprache Formulierungen miss- oder gar nicht versteht? Umgekehrt geht Ausländern das mit deutschen Redewendungen ebenso. Viele Formulierungen darf man nicht wörtlich nehmen. Für die spanische Sprache könnte bald Abhilfe geschaffen sein: Mit dem »Spanisch-deutschen Wörterbuch der idiomatischen Phraseologismen« will die Professorin Dr. Aina Torrent-Lenzen ein wissenschaftliches Standardwerk schaffen, dass rund 16 000 Wendungen im Spanischen umfasst – einzigartig für die Zielgruppe deutscher Muttersprachler.

In herkömmlichen Wörterbüchern werden überwiegend nur die einzelnen Vokabeln übersetzt, die Erläuterung sprachlicher Wendungen macht weniger als zehn Prozentsatz des Umfangs aus. Doch jede Sprache lebt von den sogenannten Phraseologismen, die wie Fertigbausteine aus mehreren Wörtern zusammengesetzt sind und über die rein wörtliche Bedeutung hinaus gehen. »Una zapatilla rusa« beispielsweise bedeutet im Spanischen wortwörtlich ein »russischer Hausschuh«. Gemeint ist damit aber auch eine völlig wertlose Sache oder Person, so benutzt man die Wendung, wenn man die Fähigkeiten eines Künstlers schlecht findet.

Großes Engagement der Studierenden
Am Institut für Translation der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften arbeitet die fünfköpfige Projektgruppe unter Torrent-Lenzens Leitung bereits seit drei Jahren an dem Wörterbuch, zehn Jahre sind insgesamt veranschlagt. Erst müssen die spanischen Daten von A-Z erfasst werden, wobei mehrere spanische Wörterbücher als Grundlage dienen. Dann müssen die Wendungen übersetzt und anschauliche syntaktische Beispiele gesucht werden. »Wir sind dabei auf die ehrenamtliche Mithilfe der Studierenden unserer Seminare angewiesen. Auch wenn diese unterschiedlich engagiert sind, ist es großartig, wie viele sich an dem Projekt beteiligen,« so Torrent-Lenzen. Jeweils fünf Wendungen erhalten die Studierenden als Übersetzungsaufgabe. Deren Ergebnisse müssen dann geprüft, korrigiert und im Team besprochen werden. »Zudem wollen wir Markierungen für Umgangs- oder Schriftsprache angeben. Auch die gehobenen, literarischen und schriftlichen Sprachstile sollen aufgenommen werden, allerdings nicht für das lateinamerikanische Spanisch.« Das ist für die Projektgruppe weniger eine Frage des Arbeitsaufwands als des Umstands, dass es noch keine wissenschaftlichen Werke gibt, die diese Ausdrücke erfassen.

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pfeil_grau Kurtprofil
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Prof. Dr. Aina Torrent-Lenzen
• seit Mai 2001 Professorin für hispanische Landeskunde und Linguistik  des Spanischen
• abgeschlossenes Musikstudium sowie der Romanistik und Germanistik
• 1997 Promotion im Bereich der katalanischen Linguistik
• seit 2007 Privatdozentin an der Universität Wien
weitere Projekte (u. a.):
• Monographie über die Beziehungen zwischen Sprache und Emotionen am Beispiel Spanischer Sprache
• Lehrwerk »Deutsch-spanische Übersetzungsübungen – Fachsprache Recht«

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pfeil_grau Weitere Informationen
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icon_datei Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften

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